Zahn-Keramikfüllung
29. August 2009 | Kategorie: ZahnbehandlungDie Zahn-Keramikfüllungen, die auch als Keramikinlays bezeichnet werden, haben eine hohe Festigkeit, sehen einfach schön und natürlich aus, gehören allerdings auch zu teuersten unter den Zahnfüllungen. Von der Farbe her sind Keramikfüllungen perfekt und lassen sich kaum vom Zahn unterscheiden. Ihre Härte ähnelt der des Zahnschmelzes sehr. Will ein Patient eine Zahn-Keramikfüllung, muss der Zahn zuerst nach exakten Techniken geschliffen werden.
Die Herstellung der Keramikfüllung ist dem Anfertigen einer Krone sehr ähnlich. Als erstes wird, genauso wie bei einer Zahnkrone, ein Modell des Gebisses hergestellt. Dann muss der Zahn von Karies befreit und geschliffen werden. Im nächsten Schritt folgt eine weitere Abdrucknahme vom geöffneten Zahn. Danach wird die Keramikfüllung erstellt und schließlich mittels Spezialkleber mit einem geringen Füller-Anteil in den Zahn eingesetzt.
Wegen des großen Arbeitsaufwandes sind die Keramikfüllungen teuer (etwa fünffache einer Kompositfüllung). Dafür kann die Lebensdauer solcher Füllungen bei guter Mundhygiene 15 Jahre und mehr betragen. Im Prinzip besitzen Keramikfüllungen die gleichen Eigenschaften wie Goldfüllungen. Die Keramikfüllungen haben den Vorteil, dass sie der Zahnfarbe exakt angepasst werden können, allerdings sind sie noch ein wenig teurer als Gold. Eine Keramikfüllung kann auch dann noch verwendet werden, wenn die Stabilität des betroffenen Zahnes für eine Goldfüllung schon zu gering ist und eine Teilkrone nötig wäre. Da die Keramikinlays in den Zahn geklebt werden, wird der Zahn von innen zusammengehalten.
Heute werden verschiedene Keramikfüllungen auf dem Markt angeboten. Das Herstellungsverfahren einer Keramikfüllung unterscheidet sich von dem einer Goldfüllung in erster Linie in der Zahntechnik. So gibt es Gießkeramik, Presskeramik und manchmal, abhängig von der Ausstattung der Praxis, kann ein Keramikinlay in der Praxis hergestellt werden.
Die Nachteile der Keramikfüllungen liegen hauptsächlich an ihrer Bruchgefahr und dem Preis. Wenn man Kiefergelenksprobleme hat, “knirschen” oder “pressen”, sollte auf Keramikversorgungen jeglicher Art wegen ihrer Bruchgefahr lieber verzichtet werden. Das Kiefergelenk kann sehr empfindlich auf das harte Keramikmaterial reagieren. Durch das “Knirschen” könnte die Keramik wiederum sehr schnell splittern oder brechen. In solchen Fällen ist Gold ratsamer.
Zu den Keramikprodukten gehören auch die sogenannten Veneers. Es sind Verblendschalen aus Keramik, die an der Aussenseite des Zahnes geklebt werden. Der Zahn muss vorher leicht geschliffen werden. Anschließend werden die fertigen Veneers an der sichtbaren Zahnoberfläche mittels Komposit durch Säure-Ätztechnik befestigt. Sie werden hauptsächlich bei stark verfärbten oder stark gefüllten Zähnen, sowie bei Zapfenzähnen und schief stehenden Zähnen angewandt. Außerdem verwendet man diese Art der Keramikfüllungen, um eine kosmetisch störende Lücke zwischen den Schneidezähnen zu verdecken.